Stellungnahme

Stellungnahme des Ruhrorter Hafenfest e. V.
zur Absage des Feuerwerks „Ruhrort in Flammen“ am letzten Wochenende

 

Die Frage sei erlaubt, ob das Feuerwerk nicht doch hätte durchgeführt werden können, wenn das Ruhrorter Hafenfest eine Veranstaltung der Stadt Duisburg wäre. Fast könnte man sich ja fragen, ob einer lästigen, aber sehr beliebten Veranstaltung der Garaus gemacht werden soll. Aber soweit wollen wir natürlich nicht gehen! Tatsache ist, dass in Duisburg wieder einmal ca. 1 Mio Euro verbrannt wurden. Dazu unten mehr.

Im Einzelnen:

Am Dienstag während der Pressekonferenz mit dem Feuerwerker erhielten wir die Nachricht: „Die Feuerwehren Duisburg und Krefeld haben beschlossen, dass das Feuerwerk wegen Brandgefahr abgesagt ist“. Nur der Veranstalter wusste davon nichts?! Es stellte sich heraus, dass das Feuerwerk in Krefeld-Uerdingen gemeint war. Sascha Tietze, der Feuerwerker, der ja bei der Pressekonferenz dabei war, sah für Duisburg keine Gefahr, weil das Feuerwerk von einer Brücke, unter der Wasser fließt, abgeschossen würde, und er mehrere Möglichkeiten habe, auf das Feuerwerk Einfluss zu nehmen. Außerdem müssten das Feuerlöschboot und Löschfahrzeuge der Feuerwehr sowieso immer vor Ort sein. Schließlich wurden z. B. in Köln, Düsseldorf und Emmerich bei etwa gleicher Wetterlage Feuerwerke durchgeführt.

Am Freitagvormittag war Abnahme des Festes durch die verschiedenen Sicherheitsgremien (Ordnungsamt, Feuerwehr, Polizei ...). Dabei wurde auch noch einmal Rücksprache mit dem Feuerwerker gehalten, der erneut betonte, dass vom Feuerwerk keinerlei Gefahr ausgehe.

Schließlich hat sich das Gremium zur Besprechung zurückgezogen. Der Ruhrorter Hafenfest e. V. als Veranstalter durfte allerdings laut interner Richtlinien der Stadt Duisburg an dem Gespräch nicht teilnehmen. Es wurde ca. zwei Stunden telefoniert, bis dann der Oberbürgermeister die Entscheidung fällte, dass das Feuerwerk abgesagt werden müsse. Die Brandgefahr gehe von den Zuschauern auf den Wiesen am Rhein aus, besonders von den Rauchern. Dort könne eine weggeworfene Kippe im kniehohen, ausgetrockneten Gras einen Flächenbrand auslösen, der für die vielen Zuschauer auf den Wiesen lebensgefährlich werden könnte. Diese Verantwortung könne er als Oberbürgermeister nicht tragen. Das leuchtet ein.

Aber warum stellt man das erst am Freitagmittag fest? Die Wetterlage war mindestens schon eine Woche bekannt. Hätte man die Brandgefahr nicht schon Tage davor beseitigen können? Zum Beispiel, indem man die Wiesen rechtzeitig mäht und mit dem Feuerlöschboot so lange unter Wasser setzt, bis die Brandgefahr gebannt ist?

Und wenn das wirklich unmöglich gewesen wäre, warum hätte man dann nicht schon Tage davor „Plan B“ umsetzen können, der wenigstens die Kosten in Höhe von etwa 1 Mio Euro verhindert hätte. Wäre nämlich das Feuerwerk schon am Mittwoch abgesagt worden, hätten z. B. die Kosten des Feuerwerkers eingespart werden können. Ebenso die Kosten der Fahrgastschiffe, die vom Siebengebirge, Köln, Düsseldorf, Wesel, Emmerich, Mülheim, Rees usw. gekommen sind, sowie die Kosten der Unternehmen, die diese gechartert hatten. Schließlich auch die Kosten der Hotelgäste, die ein Wochenende „Ruhrorter Hafenfest mit Feuerwerk“ gebucht hatten. Ist sowas in Duisburg nicht wichtig?

Als Ehrenamtler des Ruhrorter Hafenfest e. V. sind wir zutiefst enttäuscht und erschüttert, dass dieses Fest, das alleine von den Sponsoren und Ehrenamtlern getragen wird, bei der Stadt Duisburg anscheinend nicht besonders hoch geschätzt wird, und dass weitreichende Entscheidungen ohne uns getroffen werden.

Der Imageschaden ist für alle Beteiligten immens hoch, und wir als Veranstalter befürchten, dass die Zukunft des beliebtesten Festes in Duisburg jetzt auf der Kippe steht.